# Was man vor der Installation einer Kinder-App prüfen sollte

> Beide Stores nennen Werbung, Käufe und Datenerhebung einer Kinder-App. Hier steht, wo genau das jeweils steht — und was dabei offenbleibt.

Source: https://apps.swtlm.com/de/blog/what-to-check-before-installing-a-kids-app · TLM Apps — focused mobile apps from a team of engineers.
Published: 2026-07-17 · Updated: 2026-07-17 · TLM Software Design

Die Antworten stehen vor der Installation auf der Store-Seite: Google Play zeigt
unter dem Installieren-Knopf den Hinweis **Enthält Werbung** und eine
Preisspanne für **In-App-Käufe**, der App Store listet **In-App-Käufe** mit
Preisen. Keiner von beiden sagt, wie oft eine Anzeige kommt oder wie aufdringlich
der Kaufweg gebaut ist — und genau deshalb dauern die sechs Prüfungen unten
etwa anderthalb Minuten und lohnen sich.

Diese Formulare füllen wir für unsere eigenen Kinder-Apps aus, das Folgende
beschreibt also Unterlagen, die wir eingereicht haben, und keine Vermutung
darüber.

## Die Anderthalb-Minuten-Prüfung

## Was die einzelnen Angaben nicht abdecken

**„Enthält Werbung“ hat keinen Lautstärkeregler.** Eine App mit einem kleinen
Banner und eine, die zwischen jedem Level ein nicht überspringbares
Dreißig-Sekunden-Video zeigt, tragen denselben Hinweis. Der Hinweis ist ein Ja
oder Nein zur Anwesenheit eines Werbe-SDK.

**Die Preisspanne ist nicht das Geschäftsmodell.** Zwei Apps können beide
`0,99 € – 9,99 €` angeben und sich völlig unterschiedlich verhalten: Die eine
verkauft eine einzige Freischaltung zu 2,99 €, die andere neun Stufen Währung an
ein Kind, dem die Leben ausgegangen sind. Die Spanne ist eine Obergrenze, keine
Form.

**Die Datensicherheit ist eine Selbstauskunft.** Der Entwickler füllt ein
Formular aus, der Store veröffentlicht es, und geprüft wird per Stichprobe und
Beschwerde. Das ist nicht wertlos, denn eine falsche Angabe ist ein
Richtlinienverstoß mit echten Folgen. Aber es ist eine Angabe, die jemand
unterschrieben hat, keine Prüfung, die jemand durchgeführt hat.

Werbung und Käufe sind Ermessenssache. **Ein Kaufweg, den ein Kind allein zu
Ende bringt, nicht.** Bevor Sie das Handy weitergeben, stellen Sie sicher, dass
Käufe jedes Mal Passwort oder Face ID verlangen: unter iOS Bildschirmzeit →
Beschränkungen, bei Google Play Einstellungen → Authentifizierung. Eine Minute
Arbeit, und die ganze Problemklasse ist weg.

## Die Erwachsenensperre und warum ihre Details zählen

Apples Prüfrichtlinie 1.3 verlangt, dass Apps für Kinder vor Käufen und vor
Links aus der App „eine Aufgabe, die ein kleines Kind nicht ohne Weiteres löst“
stellen. Das ist eine niedrige und locker formulierte Hürde, und der Abstand
zwischen erfüllen und gut erfüllen ist fast der ganze Unterschied zwischen den
guten Kinder-Apps und dem Rest.

Beim Öffnen lohnen drei Details.

**Was die Sperre schützt.** Der Kaufweg ist das Offensichtliche. Weniger
offensichtlich sind Links nach draußen — Support-Mail, Datenschutzerklärung, die
anderen Apps des Entwicklers im Store —, die Aufforderung zur Bewertung und jede
Einstellung, die etwas am Datenschutz ändert. Eine App, die nur den Laden
sperrt, hat einem Kind den Weg zur Store-Seite und zum Bewertungsfeld gelassen.

**Ob sie durch Ausprobieren fällt.** Eine Sperre, die dieselbe Frage wiederholt,
bis man richtig liegt, fällt bei einem hartnäckigen Siebenjährigen durch
Probieren. Die haltbare Fassung erzeugt nach einer falschen Antwort eine neue
Aufgabe und fragt etwas Rechnerisches statt etwas zu Lesendes: zweistelliges
Kopfrechnen mit mehreren Operanden funktioniert auf jedem Lesestand und in jeder
Sprache.

**Ob sie sich etwas merkt.** Das prüft fast niemand. Eine Sperre mit „Angemeldet
bleiben“ ist eine Sperre, die einmal lief — auf einem Handy, das danach den
Besitzer wechselte. In unseren Apps gilt ein Durchgang für einen Besuch auf einer
Oberfläche, und nichts wird gespeichert: hinausgehen und zurückkommen fragt
erneut, und wenn die App in den Hintergrund geht — der Moment, in dem das Handy
wirklich weitergereicht wird —, fallen die Erwachsenenbildschirme vom Stapel, und
beim Zurückkommen landet das Kind da, wo es war.

Ein Zehn-Sekunden-Test: Erwachsenensperre öffnen, absichtlich falsch antworten
und sehen, ob eine neue Frage kommt oder dieselbe.

## Was „keine Werbung“ heißen sollte

Es gibt eine Fassung von werbefrei, die eine Prüfung übersteht, und eine, die es
nicht tut.

Die schwache Fassung ist „heute keine Werbung“. Die App erscheint ohne
gebündeltes Werbe-SDK, in Version 2.4 kommt Werbung dazu, und in der Store-Seite
stand nie etwas anderes.

Die starke Fassung ist: **in der App steckt überhaupt kein Werbecode**. Das lässt
sich indirekt prüfen: Eine App ohne Werbe-SDK gibt in ihrer Datenauskunft
üblicherweise auch keine Werbe-ID an, und sie kann üblicherweise nicht
kostenlos-mit-riesiger-Kaufspanne sein, weil dann nichts mehr übrig ist, was die
kostenlose Stufe erklärt.

Für Käufe gilt dieselbe Überlegung. „Es gibt nichts zu kaufen“ ist eine viel
stärkere Aussage als „keine Werbung“, denn sie heißt, dass die App später nicht
still in einen Laden verwandelt werden kann, ohne ein kostenpflichtiges Update zu
veröffentlichen.

## Wie unsere Kinder-Apps das beantworten

Weil eine Liste von jemandem, der Apps verkauft, es wert ist, gegen diese Apps
geprüft zu werden.

- **[Match & Spot](https://apps.swtlm.com/kids-memory-game)** — von vornherein kostenpflichtig, und
  ganz ohne Abrechnungscode. Darin lässt sich nichts kaufen, also gibt es keinen
  Kaufweg, den ein Kind finden könnte. Vollständig offline.
- **[Sudoku Junior](https://apps.swtlm.com/kids-sudoku-game)** — kostenlos zum Ausprobieren, eine
  Familienfreischaltung zu einem Preis, keine Werbung, vollständig offline. Der
  Kauf liegt hinter einer Erwachsenensperre.
- **[Spell & Collect](https://apps.swtlm.com/word-puzzle-game)** — keine Werbung, Paketfreischaltungen
  statt Währung, und offline spielbar, sobald ein Paket geladen ist.
- **[Robot Programmer](https://apps.swtlm.com/robot-programmer-game)** — kostenlos, keine Werbung,
  nichts zu kaufen, vollständig offline. Er verlangt überhaupt keine
  Berechtigungen: keine Mitteilungen, keine Kamera, kein Mikrofon, keine
  Kontakte, keinen Standort, keine Werbe-ID — also gibt es unter iOS auch keine
  Tracking-Abfrage, die ein Kind wegtippen könnte.

Keine davon zeigt Werbung. Das gilt nicht für alles, was wir machen: Mehrere
unserer Knobelspiele für Erwachsene laufen mit Bannern und bildschirmfüllenden
Anzeigen, und ihre Karten sagen das unverblümt. Bei den Kinder-Apps halten wir
eine andere Linie, weil ein Sechsjähriger Werbung nicht beurteilen kann — es gibt
für ihn also nichts, dem er zustimmen könnte.

## Wie es weitergeht

Wenn die Sorge ist, was im Flugzeug oder im Tunnel passiert: „offline“ hat auf
einer Store-Seite drei Bedeutungen, und
[Kinderspiele ohne Internet](https://apps.swtlm.com/de/blog/offline-games-for-kids) trennt sie. Wenn es um
das Geld statt um die Werbung geht, rechnet
[was ein Knobelspiel-Abo wirklich kostet](https://apps.swtlm.com/de/blog/what-a-puzzle-game-subscription-costs)
es durch. Und alle unsere Kinder-Apps stehen auf der [Kinderseite](https://apps.swtlm.com/de/kids), jede
Karte mit ihrem Werbeverhalten und ihrem Preis, bevor Sie irgendetwas antippen.

## Frequently asked questions

**Wo steht bei Google Play, ob eine App Werbung enthält?**

Direkt unter dem Installieren-Knopf, als kleiner Hinweis „Enthält Werbung“. Er wird vom Entwickler gesetzt und kennt nur ja oder nein: Er sagt, dass Werbung existiert, nicht wie oft sie erscheint oder ob sie bildschirmfüllend ist.

**Wo steht im App Store, ob eine App Käufe enthält?**

„In-App-Käufe“ steht auf der Produktseite, und ein Tippen darauf listet die beliebtesten Posten mit Preisen. Diese Liste ist der schnellste Weg zu sehen, ob es ein Einmalkauf oder ein Abo ist.

**Was sagt mir der Abschnitt zur Datensicherheit wirklich?**

Was der Entwickler als erhoben und weitergegeben angibt, ob die Übertragung verschlüsselt ist und ob eine Löschung verlangt werden kann. Es ist eine Selbstauskunft, die der Store nur stichprobenartig prüft — also eine Angabe, die jemand unterschrieben hat, keine Prüfung, die jemand durchgeführt hat.

**Heißt „Von Lehrkräften empfohlen“ oder „Für Kinder“, dass es keine Werbung gibt?**

Nein. Beides heißt, dass die App eine Richtlinienhürde für Inhalte und für die Ausrichtung von Werbung genommen hat — verhaltensbasierte Werbung ist bei Kindern nicht erlaubt —, aber eine App aus beiden Programmen darf weiterhin Werbung zeigen.

**Was ist die schnellste einzelne Prüfung?**

Die Preisspanne der In-App-Käufe auf der Store-Seite lesen. Eine Spanne wie 0,99 € bis 99,99 € sagt weit mehr darüber, wie die App Geld verdient, als jede Beschreibung.

